Rückblick & Fotogalerie: Christen & Muslime. Begegnung schaffen, Dialog gestalten

1024 683 ComUnitySpirit - Religionen und Kulturen im Dialog
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Über den Dia­log zwis­chen Chris­ten und Mus­li­men sprach die Poli­tik­wis­senschaft­lerin Sabine Krois­senbrun­ner in Graz.

Nicht, dass es keine Prob­leme beim Dia­log zwis­chen Chris­ten­tum und Islam gäbe. Den­noch wolle sie vor allem auf das Pos­i­tive ver­weisen, betonte Sabine Krois­senbrun­ner am Anfang ihres Vor­trages. Auf Ein­ladung von Welthaus war die Poli­tik­wis­senschaft­lerin zu Gast im Barock­saal des Graz­er Priestersem­i­nars. Die stel­lvertre­tende öster­re­ichis­che Botschaf­terin in Bel­grad ver­wies auf die his­torisch guten Beziehun­gen unseres Lan­des zum „Ori­ent“ – von Bosnien über die Türkei bis zum Iran. An diese Tra­di­tion könne man anknüpfen, dabei gäbe es noch „viel Luft nach oben.“ Lei­der wür­den die pos­i­tiv­en Ansätze zunehmend von Debat­ten wie jen­er über das Kopf­tuch über­lagert, meinte Krois­senbrun­ner. Sie plädierte dafür, „die Vielfalt des Diskurs­es in unseren Dia­log einzubauen.“

Die Rolle des säku­laren Staates müsse eine kon­struk­tive sein, etwa was Min­der­heit­en­rechte oder die Gle­ich­berech­ti­gung betr­e­ffe, forderte die Poli­tik­wis­senschaft­lerin: „Es muss uns ein Anliegen sein, die Asym­me­trie der Insti­tu­tio­nen zu ver­ringern.“ Die katholis­che Kirche sei ein pos­i­tives Beispiel dafür, wie man mit den vorhan­de­nen Struk­turen einen Rah­men schafft, in dem sich ein Dia­log auf­tun kann. Hinge­gen seien auf staatlich­er Ebene Ini­tia­tiv­en, die ergeb­nisori­en­tiert zum inter­re­ligiösen Dia­log arbeit­en soll­ten, wieder in der Versenkung ver­schwun­den, kri­tisierte Krois­senbrun­ner.

Die Grün­derin der „Task Force für den Dia­log der Kul­turen und Reli­gio­nen“ im öster­re­ichis­chen Außen­min­is­teri­um plädierte dafür, sich auf zukun­ft­srel­e­vante The­men zu fokussieren. „Wir soll­ten über den Zugang von Mus­li­men zu Bil­dung, Jobs und Einkom­men sprechen, über die Ein­bindung in Frei­willi­ge­nar­beit, über Pflege, Umwelt und Kli­ma oder den Kampf gegen Ras­sis­mus. „Doch diese Fra­gen wer­den von zwei, drei The­men wie dem Kopf­tuchver­bot ver­stellt, auf die man fokussiert.“ Das führe zur Etablierung eines bes­timmten Islam­bildes im öffentlichen Diskurs. Diesen Rah­men aufzubrechen und zu erweit­ern, sei Auf­gabe aller, die sich hier kon­struk­tiv engagieren möcht­en.

Text: Chris­t­ian Köpf, Welthaus
Fotos: Ernst Zerche, Welthaus

Eine Ver­anstal­tung von Welthaus, Pro Ori­ente, Katholis­ches Bil­dungswerk, Katholis­che Stadtkirche Graz, ComU­ni­tySpir­it/Afro-Asi­atis­ches Insti­tut, Islamis­ches Kul­turzen­trum Graz.