Glauben in Zeiten von Corona #5: Nadine Reyhani

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Glauben in Zeiten von Corona: #5 Nadine Reyhani

Die Mit­glieder des Inter­re­ligiösen Beirates senden Kurzbotschaften an die Graz­er Bevölkerung:
(Wie und warum) kann der eigene Glaube in dieser her­aus­fordern­den Zeit Hil­fe und Stütze sein?

Nadine Rey­hani, BEd., Mit­glied der Bahá’í-Gemeinde Graz, spricht über den Zusam­men­halt der Men­schheits­fam­i­lie:

 

Ich glaube, diese Coro­na-Zeit ist nicht nur per­sön­lich für viele Men­schen eine Umstel­lung und Her­aus­forderung – son­dern natür­lich ist sie das auch für bes­timmte Beruf­s­grup­pen und auch Reli­gion­s­ge­mein­schaften, die jet­zt nach Möglichkeit­en suchen, all das zu tun, was sie son­st auch tun.

Auch die Bahá’í auf der ganzen Welt sind bemüht, kreative Lösun­gen zu find­en, die Lehren Bahāʾul­lāhs in die Tat umzuset­zen. Und es zeigt sich, das eigentlich ganz viel von dem, was son­st getan wird, auch jet­zt durch diese Umstel­lung – und teil­weise Ein­schränkun­gen – möglich ist.

Eine Sache, die mich ganz gut durch diese Zeit gebracht hat und es auch noch immer tut, ist das Gebet. Nicht nur das per­sön­liche Gebet, son­dern auch das Zusam­menkom­men zu soge­nan­nten Andacht­en, in denen man ein­er­seits betet, aber auch über Schriften aus ver­schiede­nen Reli­gio­nen spricht und bedeut­same Gespräche führt.

Ger­ade jet­zt hat sich für mich gezeigt, dass wir dieses Bild, das Bahāʾul­lāh zeich­net von ein­er großen Men­schheits­fam­i­lie und der Ein­heit der Men­schen, so sehr brauchen! Weil sich doch jet­zt so klar abze­ich­net, was es bedeutet, wenn Men­schen oder Län­der zusam­me­nar­beit­en – und was es bedeutet, wenn sie es nicht tun.

Wir merken ja, dass das Leid eines Lan­des nicht das Leid eines Lan­des bleibt, son­dern weit über die Gren­zen hin­aus­ge­ht. Ich sehe die Chance, zu erken­nen, wer wir als Men­schen und als Men­schheit eigentlich sind und zu erken­nen, dass wir in Wahrheit eine große Men­schheits­fam­i­lie sind, die zusam­me­nar­beit­en muss, damit es ihr gut geht.

Das ist meine große Hoff­nung: Dass diese Krise dieses Bewusst­sein in vie­len Men­schen stärken kann!