Gemeinsam an einem Tisch – Interreligiöses Iftar in Graz

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Vorsitzenden der Islamischen Religionsgemeinde, Mehmet S. Çelebi, den Institutsleiter des Afro-Asiatischen Instituts, Johannes Mindler-Steiner, und Bürgermeisterin Elke Kahr, wurde die Bedeutung dieses Abends besonders hervorgehoben. Alle drei betonten ihre Freude darüber, dass das interreligiöse Fastenbrechen mittlerweile zu einer festen Tradition in Graz geworden ist – ein Zeichen für gelebte Vielfalt und Zusammenhalt. Ebenfalls richtetet Ümit Vural, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich (IGGÖ), per Videobotschaft seine herzlichsten Grüße aus. Er betonte die Bedeutung solcher Zusammenkünfte als wertvollen Beitrag zum interreligiösen Dialog.
Ein feierlicher Moment war die Koranrezitation, die den Vers enthielt: „O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“ (Sure 2:183). Diese Worte verdeutlichen, dass das Fasten keine alleinige Praxis des Islam ist, sondern eine gemeinsame spirituelle Praxis vieler Religionen. Es verbindet Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen in ihrem Streben nach Besinnung, Mitgefühl und Gemeinschaft. Doch das Fasten hat nicht nur eine religiöse, sondern auch eine soziale, gesellschaftliche Dimension: Es stärkt das Miteinander, erinnert an die Bedeutung des Teilens und der gegenseitigen Unterstützung – insbesondere in herausfordernden Zeiten, in denen Zusammenhalt wichtiger denn je ist.
Anschließend wurde das Fasten nach muslimischer Tradition mit einer Dattel gebrochen. Diese Frucht hat eine tief verwurzelte Symbolik: Bereits Prophet Muhammed nutzte sie, um sein Fasten zu beenden. Ihre natürliche Süße steht sinnbildlich für Barmherzigkeit und Dankbarkeit – Werte, die an diesem Abend durch das gemeinsame Mahl und die wertvollen Begegnungen erlebbar wurden.
Während des Essens entwickelten sich inspirierende Gespräche, die die Vielfalt der religiösen und kulturellen Hintergründe der Anwesenden widerspiegelten. Solche Zusammenkünfte sind ein wertvoller Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und zeigen, dass der Dialog zwischen Religionen und Zivilgesellschaft nicht nur möglich, sondern essenziell ist, um Brücken zu bauen und die Zusammenarbeit zu stärken.